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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Vor Gericht
würdevolle Miene sehen und forderte nun den einstigen Obeïde auf:
»Erzähle mir, was du von ihnen weißt! Wenn du eine gerechte Sache gegen sie hast, sind wir bereit, dir beizustehen.«
»Meine Sache ist nicht nur eine gerechte, sondern eine blutige,« kam der Beduine dieser Aufmunterung nach, »denn eine Schande, wie sie mir angethan worden ist, kann nur mit Blut vergolten werden. Der Stamm der Haddedihn fing damals Streit mit den Obeïde an; wir rüsteten zum Kriege, und unser Scheik sandte zwei Kundschafter aus, die Absichten der Haddedihn zu erforschen. Einer dieser Kundschafter war ich; Allah wollte, daß wir Unglück hatten; wir wurden ergriffen und zu alten Weibern gemacht, indem man uns die Bärte schor. Dadurch ging unsere Ehre verloren, und wir wurden von den Unserigen ausgestoßen.«
»Du sprichst von dir, wolltest aber doch von ihnen reden!«
»Verzeih; es wird sofort geschehen! Ich kannte diese Männer damals noch nicht, habe sie aber später genau kennen gelernt und sehr viel über sie gehört. Der Kleine dort heißt Hadschi Halef Omar und ist jetzt der Scheik der Haddedihn - - - «
»Was sind die Haddedihn? - Sunniten?«
»Ja.«
»So wird Allah sie und ihn verfluchen und verderben! Wie darf er es wagen, diesen Khan zu betreten, der nur für die gläubigen Bekenner der heiligen Schia erbaut worden ist! Sobald er fort ist, muß dieser Ort von seinem Gestanke gereinigt werden!«
»Allah, Wallah! Der Gestank des andern ist noch viel größer!«
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