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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Frohe Heimkehr
Fußstapfen hinüber, welche so tief eingedrückt waren, daß ich zu Halef sagte:
»Die Leichen hat man dort hinter die Mauern geschafft.«
»Woraus vermutest du das?« fragte er.
»Wenn du ohne eine Last hinübergehst, werden deine Fußeindrücke viel leichter sein als diese hier. Die Stapfen sind tiefer, weil man die Toten hinübergetragen hat.«
»Werden wir sie finden?«
»Gewiß. Leichname sind keine Geister, welche spurlos erscheinen und verschwinden. Komm!«
Drüben angelangt, sahen wir, daß die Spuren an einem zwar nicht großen, aber hoch an der Mauer aufgebauten Ziegelhaufen endeten, welcher nicht aus einzelnen, sondern noch durch den Asphaltkitt verbundenen Steinen bestand. Wir hatten ihn vorhin in der Entfernung nicht von der Mauer unterscheiden können. Wir stiegen ab und entdeckten, sobald wir nur einige der Konglomerate entfernt hatten, eine breite, doch nur halb manneshohe Öffnung, welche schief abwärts in das Innere zu führen schien. ich kroch hinein und spürte einen starken Moderduft und zugleich jenen eigentümlichen und nicht zu verwechselnden Geruch, welcher auf das Vorhandensein von Leichen deutet, selbst wenn der Tod erst vor wenigen Stunden eingetreten ist.
Indem ich mich, vorsichtig nach allen Seiten mit den Händen tastend, weiter schob, gewahrte ich, daß die Decke über mir in wagerechter Richtung verlief, während der Boden abwärts ging und der Gang, in welchem ich mich befand, also nach und nach tiefer wurde. Es war Sand, auf dem ich mich bewegte; die Wände und die Decke waren glatt; ich fühlte keine Ritzen zwischen den einzelnen Steinen. Wenn das auf eine Asphaltschicht deutete, so
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