|
| Im Reiche des s. Löwen II |
|
|
|
|
|
| |
Ein Rätsel
»Aus keinem andern Grunde, als grad eben weil diese Frau sich dort befindet. Ich habe keine Ahung, warum der sogenannte Pascha< von Suleimania sie dort festhalten läßt; aber daß er sie nach diesem Wartturme hat schaffen lassen, ist mir ein Beweis dafür, daß dieser Ort der in der ganzen Umgegend geeignetste dazu ist. Das wissen natürlich auch die Dawuhdijehs, denen ja die Bewachung dieser Gefangenen anvertraut worden ist, und so liegt der Gedanke, daß sie auch Schevin dorthin gebracht haben, doch sehr nahe, denn erstens giebt es keinen besser passenden Ort dazu, und zweitens ist die nötige Bewachung schon vorhanden.«
»Effendi, dieser Gedanke ist gut, sehr gut. Ich wundere mich jetzt darüber, daß wir nicht auf ihn gekommen sind, da er doch eigentlich der allernächste war.«
»So siehst du also ein, daß ich recht hatte, als ich sagte, ihr hättet nicht richtig nachgedacht. Ihr seid in eurer Wut über die Dawuhdijehs sofort mit dreihundert Kriegern losgeplatzt, ohne nur zu wissen, weshalb sie Schevin festgehalten haben, und ohne euch zu sagen, daß man Gewalt erst dann anwendet, wenn man eingesehen hat, daß weder Güte noch List zum Ziele führen. Ich an eurer Stelle würde die dreihundert Mann hier zurücklassen und zunächst nach dem Kulluk reiten, um nachzusehen, wie es dort steht. Das ist doch wenigstens ein fester Anhaltepunkt, und selbst wenn sich Schevin mit seinen Begleitern nicht dort befinden sollte, sind dort jedenfalls Winke zu erhalten, die nach dem Orte deuten, an welchem er zu suchen ist.«
»Das leuchtet mir auch ein. Effendi, ich sehe, daß wir euch zu unserm Vorteile hier getroffen haben. Sag noch einmal, ob du bei uns bleiben und uns begleiten willst; ich bitte dich darum!«
|
|
|
| |
|