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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
»Ja, Sihdi, erinnere mich immerhin an sie, welche nicht nur die duftigste der Rosen, sondern auch die klügste Besitzerin der bedachtsamsten Frauenlippen ist. Sie ist jedenfalls tausendmal schöner und jünger als diese alte Christin, deren Antlitz als das Angesicht des Todes beschrieben wird!«
Der Kurde, welcher nicht wußte, was mit unserm kurzen Redewechsel gemeint gewesen war, ergriff diese Gelegenheit, beschreibend fortzufahren:
»Ja, sie soll das Aussehen einer aus dem Grabe zurückgeholten Leiche haben. Vielleicht hat sie sich auch wirklich schon im Grabe befunden und ihre Seele ist während dieser Zeit bei den Geistern der Abgeschiedenen gewesen und dann wieder in den Körper zurückgekehrt, denn sie weiß von jenem Leben zu sprechen, als ob sie es kennen gelernt hätte, und kann Dinge sehen und hören, welche andern Sterblichen streng verschlossen sind.«
»Das klingt ja außerordentlich!« warf ich im ungläubigen Tone ein, um ihn dadurch zu weiteren Mitteilungen, die ich wünschte, aufzustacheln.
»Es klingt nicht nur so, sondern es ist auch wirklich so, Effendi!« beteuerte er.
»Daß sie überirdische Dinge hört und sieht?«
»Ja. Oder hältst du Mogizat (* Plural von Mogiza = Wunder) für unmöglich?«
»Gott thut täglich Wunder!«
»Allah, nicht allein, sondern sie werden auch von Menschen verrichtet. Muhammed, der Prophet aller Propheten, war doch auch Mensch und hat viele, viele Wunder gethan. Und von euerm Isa Ben Marryam (* Jesus, Mariens Sohn) erzählt man sich dasselbe; er soll auch viele Wunder ge-
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