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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
»Keine Zeit - - - ?!« warf mir Adsy im Tone des größten Erstaunens entgegen, denn der Orientale hat ja immer Zeit; er besitzt nicht das mindeste Verständnis für den Wert, den jede einzelne Lebensstunde für den Menschen haben soll und auch wirklich hat.
»Ja, keine Zeit!« wiederholte ich. »Wir sind schon bei den Bachtijaren länger geblieben, als wir wollten - - - «
»Was ihr für diese thatet, könnt ihr auch für uns thun!« fiel er ein.
»Wir werden von Freunden in Bagdad erwartet - - «
»Sie mögen warten!«
»Auch haben wir vor, von Bagdad nach Basra nicht zu reiten, sondern mit dem Schiff zu fahren - - - «
»Es mag warten!«
»Das wartet nicht, sondern fährt pünktlich ab.«
»So fährt später ein anderes! Kein Mensch stirbt eher, als Allah will, und ihr kommt keinen Augenblick früher oder später nach Basra, als es euch im Buche des Lebens vorgeschrieben ist!«
»Du denkst nicht daran, daß ich kein Moslem, sondern ein Christ bin. Ich habe also in Beziehung auf das Kismet eine ganz andere Meinung als du.«
»Ich halte unsern Glauben für besser als den deinigen, obgleich ich diesen nicht kenne; aber kluge Leute scheint ihr doch zu sein, denn die alte Frau, welche die Wunde unsers Knaben heilen soll, ist auch eine Gläubige des Propheten aus Nasirah (* Nazareth).«
»Eine Christin? Etwa aus dieser Gegend?«
»Das weiß ich nicht, aber man sagt, sie sei hier fremd. Sie soll so alt sein, daß man ihre Jahre gar nicht zählen kann. Ihr Antlitz ist das Angesicht des
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