|
| Im Reiche des s. Löwen II |
|
|
|
|
|
| |
Ein Rätsel
klang seine Stimme im Tone eines plötzlichen, schnellen Entschlusses:
»Gut, nimm einmal an, du habest recht! Was folgt in Beziehung auf die Dawuhdijehs daraus?«
»Ich nehme zunächst an, daß euer Stamm mit dem ihrigen häufig zusammengetroffen ist?«
»Das ist richtig.«
»Wenigstens die hervorragendsten von euren Kriegern sind ihnen bekannt?«
»Ja.«
»Schevin ist ein solcher Krieger?«
»Ja.«
»Sie wissen, wie er eigentlich heißt?«
»Ja.«
»So denke also: Sie kennen ihn, sie wissen seinen wirklichen Namen; jetzt kommt er plötzlich anders zu ihnen, als sie ihn bisher gesehen haben, und giebt sich einen andern, einen falschen Namen! Was werden sie da denken? Was werden sie da wohl thun?«
Da antwortete der Kurde rasch und im Tone der Besorgnis:
»Effendi, mit deinen Worten geht die Befürchtung in Erfüllung, die ich seit einigen Tagen hegte! Ich will dir gestehen, daß er allerdings anders heißt, daß er sich einen falschen Namen gegeben hat.«
»Aber warum denn das?«
»Um leichter durchzukommen, um weniger Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.«
»Er mußte sich aber doch sagen, daß er grad das Gegenteil erreichen werde!«
»Grad das hat er sich nicht gesagt. Er glaubte, wenn er unerkannt bliebe, werde man sich weniger um ihn kümmern, als wenn man wisse, wer er sei.«
|
|
|
| |
|