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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
aber nur dann schädlich wird, wenn er durch den Hieb oder Stich einer Waffe mit dem Blute in Berührung kommt. Das ist die wahre Sache an dem Märchen, welches man nicht bloß erzählen hört, sondern sogar in Büchern lesen kann. Damit soll freilich keineswegs gesagt werden, daß dieses Gift nicht oder weniger schädlich sei, als man von ihm berichtet. Ich selbst habe gesehen, daß die Verwundung mit einer solchen Waffe binnen kurzer Zeit den Tod herbeiführte.«
»Deine Erklärung mag die Wahrheit enthalten, und richtig ist es unbedingt, daß dieses Gift verderblich wirkt. Der Knabe Khudyr hatte sich mit dem Kriegsmesser, von dem ich sprach und welches er ohne Wissen seines Vaters und seiner Mutter in die Hand genommen hatte, nur ein wenig geritzt, und doch traten sehr bald fürchterliche Krämpfe ein, die ihn umbringen wollten. Sie wiederholten sich häufig, und stets, wenn sie kamen, war er dem Tode nahe. Sein Anblick dabei war kaum zu ertragen. Welche Angst und Sorge da auf den Herzen der Seinen lastete, kann ich nicht beschreiben!«
»Habt ihr kein Gegenmittel angewendet?«
»Man sagt doch, daß es kein Mittel gebe! Dennoch holten wir aus der Nähe und auch aus der Ferne alle Hukama (* Plural von Hekim = Arzt) und arzneikundige Leute zusammen, doch niemand konnte helfen. Eine Frau gab es aber wohl, welche das richtige Gegenmittel wußte, doch war es mit großer Gefahr verknüpft, zu ihr zu kommen.«
»War der Weg zu ihr zu beschwerlich?«
»Nein; aber sie befand und befindet sich jetzt noch bei den Dawuhdijeh- Kurden, mit denen wir, als die Verwundung geschah, noch in Blutfehde standen; also durfte
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