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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
»Weißt du, daß es Tausende von Klingen und Pfeilspitzen giebt, welche mit dem Gifte, von dem du sprichst, getränkt und versehen worden sind?«
»Ja.«
»Es muß also doch wohl Leute gegeben haben, die es aus dem Thale des Todes holten?«
»Natürlich!«
»Die haben es gebracht, sind also nicht gestorben! Wie stimmt das mit deiner Behauptung überein?«
»Hierauf weiß ich freilich nicht zu antworten, Effendi. Was ich gesagt habe, ist mir ganz genauso erzählt worden, und jedermann glaubt es.«
»Ich will dir zu deiner Entschuldigung sagen, daß dieses Märchen von dem Todesthale auch bei uns im Abendlande erzählt und von vielen Leuten, die nicht darüber nachdenken, geglaubt wird. Es giebt kein Todesthal und auch nicht diesen einzelnen oder einzigen Upasbaum, welcher dieses Verderben ganz allein verbreiten soll, sondern es wachsen auf Java und noch andern dortigen Inseln viele solcher Bäume, Sträucher und Schlinggewächse, von deren Milchsaft das Upas- oder Antschargift bereitet wird. Diese Bäume und sonstigen Gewächse gedeihen an solchen Stellen am besten, wo unterirdische, giftige Gase aus der Erde treten. Diese Gase sind schwerer als die Luft; sie steigen nicht in die Höhe, sondern bleiben unten in der Nähe des Bodens, besonders in Thälern, wo der Wind keinen Zutritt hat und sie also nicht mit sich fortführen kann. Wer sie einatmet, der muß sterben. Darum, aber auch nur darum findet man in solchen Thälern dort sehr oft Gerippe von Menschen und Tieren liegen, welche an diesen Gasen zu Grunde gegangen sind, aber nicht an den Giftpflanzen, welche allerdings gern an solchen Stellen wachsen, deren Saft
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