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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
»Freunde sind wir nicht, aber jetzt auch nicht Feinde. Der letzte Fall von Blutrache zwischen uns ist ausgeglichen, also hat kein Stamm dem andern etwas vorzuwerfen; aber bei Leuten, zwischen denen soviel Blut geflossen ist, wie zwischen uns und ihnen, ist in jedem Augenblicke die Möglichkeit vorhanden, daß wieder welches vergossen wird.«
»Da ist also euer Ritt zu ihnen nicht ganz ungefährlich?«
»Oh, er ist viel gefährlicher, als du denkst! Wir sind sogar fest überzeugt, daß wir unser Leben wagen, indem wir die Nähe der Dawuhdijehs oder gar sie selbst aufsuchen. Aber wir müssen, denn ich habe erfahren, daß sie meinen Bruder bei sich festhalten.«
»Warum?«
»Ich weiß es nicht.«
»Aus welchem Grunde befindet er sich bei ihnen, bei denen er doch, wie er wohl wissen mußte, so wenig sicher ist?«
»Er mußte hin, um das Leben seines Sohnes zu retten, der sich mit einer vergifteten Waffe verwundet hatte.«
»Das ist mir unklar. Ich bitte dich, es verständlicher zu erzählen!«
»Diesen Wunsch werde ich dir gern erfüllen. Ich habe einen älteren Bruder, welcher Schevin heißt. Allah gab ihm einen Sohn, einen lieben, schönen, kräftigen kleinen Knaben, welcher der Stolz und die Freude seines Vaters und seiner Mutter ist. Khudyr ist sein Name. Dieser Knabe bekam unvorsichtigerweise ein vergiftetes Kriegsmesser aus Hindistan (* Indien) in die Hand. Vielleicht
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