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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
wie ihr an unserer Stelle handeln würdet. Vor allen Dingen aber möchte ich vorher wissen, was und wie ihr über die Dawuhdijeh- Kurden sagt und denkt.«
»Was wir denken? Hm! Und was wir sagen? Auch hm!« antwortete Halef ausnahmsweise einmal so vorsichtig. Dann fuhr er, zu mir gewendet, fort: »Es ist mir lieber, wenn du an meiner Stelle redest, Effendi. Du weißt ja, daß ich überhaupt gern so wenig wie möglich spreche, zumal wenn es mir nicht bewußt ist, was und wie ich alles sagen soll!«
Damit hatte er die Schwierigkeit auf mich abgewälzt. Was ich als Diplomat hätte reden müssen, das wußte ich ja auch nicht, weil mir nicht bekannt war, ob die Hamawands mit den Dawuhdijehs grad jetzt in Frieden oder in Feindschaft lebten, und darum hielt ich es für am besten, meine Meinung ganz der Wahrheit gemäß mitzuteilen:
»Die Dawuhdijehs halten den Raub für keine Schande; sie sind tapfer und gewaltthätig. Ihr Scheik Ismael Beg ist auch tapfer; größer als diese seine Tapferkeit aber ist seine Schlauheit, wie er schon sehr oft bewiesen hat.«
»Das ist wahr, unbestritten wahr, Effendi! Hast du ihn schon einmal gesehen?«
»Nein.«
»Er dich?«
»Wohl auch nicht. Aber gehört habe ich genug von ihm, um mir ein Bild von ihm machen zu können.«
»Es ist ganz genau das Bild, welches auch ich mir von ihm mache, denn auch ich habe ihn noch nicht gesehen. Wir wollen zu ihm.«
»So! Lebt euer Stamm in Freundschaft mit dem seinen?«
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