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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
»Oh, mehr, viel mehr, als man erzählen kann! Sobald man mit ihr das Gesicht nur berührt, verschwinden alle Runzeln, Falten und sonstigen Übel, welche den Glanz der Wangen zu entstellen vermögen.«
»Du übertreibst!«
»Nein, bei Allah, nein! Könntest du den Stamm besuchen, dem die Verfertigerin der Salbe angehört, so würdest du nur Frauen und Mädchen finden, deren Angesichter wie das Weiß des Schnees und wie der holde Glanz des Morgenrotes leuchten.«
»Weißt du, woraus das Mittel bereitet wird?«
»Nein. Wie kannst du denken, daß sie so unvorsichtig sein könne, mir dies mitzuteilen! Sie hat das köstliche Geheimnis durch ihre Urgroßmutter von deren Ur- Urgroßmutter geerbt; diese hatte wieder eine Urahne, deren Ur- Urahne, die eine außerordentlich fromme Frau war, es als Belohnung für ihre große Tugenden vom Erzengel Dschebräïl (* Gabriel) bekam, der es aus dem höchsten Himmel des Paradieses brachte, wo es zur ewigen Jugend der dort wohnenden Seligen bereitet wird.«
»Wie heißt diese Frau?«
»Ihren eigentlichen Namen kenne ich nicht, da sie von jedermann nur Umm ed Dschamahl (* Mutter der Schönheit) genannt wird.«
»Wo wohnt sie?«
»Nirgends, denn ihr Stamm ist nicht seßhaft, sondern zieht bald hierhin und bald weiter. Es ist die Unterabteilung Idiz des Bachtijarenvolkes und meist jenseits Kirmanschah zu suchen.«
»Aber wenn du die Salbe brauchst, mußt du doch wissen, wo die Frau zu finden ist!«
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