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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Ein Rätsel
selbst zu lenken und mit demselben auf dasjenige anderer einzuwirken, ist so schwer, wenn man den Blick dabei nicht nach dem jenseits richtet, und doch so leicht, wenn man sich nur nach dem einen, einzigen Gesetze richtet, welches die Welt, die Erde, den Menschen und das für uns unsichtbare Stäubchen regiert - die Liebe!
Warum ich in dieser Weise philosophiere, moralisiere und spintisiere, anstatt einfach weiter zu erzählen? Gut, ich erzähle!
Ich hatte unsere Reise nach Schiras gleich oder doch nur kurze Zeit nach unserer Rückkehr vom Birs Nimrud fortsetzen wollen, da aber trafen wir in Bagdad einen Händler, welcher eine in der Dschesireh außerordentlich berühmte Schönheitssalbe verkaufte, deren Verfertigerin oben in der Gegend von Kirmanschah zu suchen war. Es war in einem Kaffeehause, wo der Mann sein Mittel ausrief und es auch uns anbot. Ich glaubte, daß Halef ihn einfach fortweisen werde; er ließ sich aber in ein Gespräch mit ihm ein, indem er ihn fragte:
»Darf ich dich vielleicht bitten, mir zu sagen, von wem du dieses Wundermittel der Schönheit beziehst?«
»Ich kenne keinen Grund, es dir zu verschweigen,« antwortete der Tutschar (* Händler), »denn ich bin stolz darauf, der einzige zu sein, dem die Verfertigerin den Verkauf für diese Gegend gestattet hat. Ich habe von ihr die Erlaubnis, sie jährlich zweimal zu besuchen, um mir die Marham ed Dschamahl (* Salbe der Schönheit) von ihr zu holen. Da warten schon alle Harimat (* Plural von Harem) auf mich, um in den Besitz der Wundersalbe zu kommen.«
»Bewirkt sie wirklich die Wunder, von denen man überall erzählt?«
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