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| Im Reiche des s. Löwen II |
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Beim Turm von Babel
wenn wir dorthin müssen, wo diese Feuer der Vernichtung meiner Nase brennen! Müssen wir denn wirklich hin, Sihdi, wirklich?«
»Du nicht, aber ich!«
»So gehe ich auch, und wenn ich tausendmal daran ersticke! Zwar wird mich meine Nase dereinst, wenn ich Rechenschaft abzulegen habe, wegen ihres gewaltsamen Unterganges verklagen, und ich werde diesen Mord an ihr sehr schwer zu büßen haben, aber wenn du vorwärts gehst, so kann ich doch unmöglich stehen bleiben! Was mögen diese Unglückseligen dort wohl brennen?«
»Ich vermute, daß sie die Feuer mit den Umhüllungen der Leichen, also mit den Särgen und den Decken nähren, die von dem Safte der Toten ganz durchtränkt worden sind und darum nun diesen pestilenzialischen Gestank verursachen.«
»Eine größere Dummheit kann es gar nicht geben!«
»Es ist keine Dummheit, Halef. Da ihr Thun und Treiben jedenfalls das Licht des Tages zu scheuen hat, brauchen sie Beleuchtung und müssen dann später alles vernichten, was zu ihrer Entdeckung führen könnte; beide Zwecke erreichten sie dadurch, daß sie die Särge verbrennen. Wie sie diesen unerhörten Gestank aushalten können, ist mir fast unbegreiflich. Du mußt bedenken, daß sie sich in der unmittelbaren Nähe der Gestankesquellen befinden, während wir mit dem Winde kommen und jetzt also nur einen geringen Teil der Seligkeit genießen, welche dort bei ihnen auf uns wartet.«
»Ich möchte den Euphrat voller Thränen weinen, denn das Herz wird mir schwerer, als alle hiesigen Schutt- und Trümmerhaufen wiegen; aber kein Mensch kann dem, was vor ihm liegt, entgehen, und so wollen wir den ganzen Mut der Seele und alle verfügbaren Kräfte des
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